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Krebspatienten besser informieren


Ärzte sollen Patienten an Entscheidungen beteiligen


Die Diagnose Krebs ist für jeden Patienten ein Schock und mit Angst und Unsicherheit verbunden. Diese Gefühle verstärken sich, wenn Patienten in eine „Therapie-Maschinerie“ geraten, in der sie nicht mitentscheiden können. Ärzte an den Unikliniken Heidelberg und Freiburg bekommen deshalb jetzt im Rahmen des Projekts „Patient als Partner in der Onkologie“ ein Kommunikationstraining und sollen die Patienten mehr in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Patientenkommunikation lernen Ärzte sonst nirgends

Seit diesem Jahr gibt es an beiden Kliniken Schulungen zum Thema „Shared Decision Making“ (Geteilte Entscheidungsfindung) für Onkologen, die Brust- oder Darmkrebspatienten behandeln. Das Kommunikationstraining vermittelt den Ärzten notwendige Kompetenzen, um Krebspatienten bei medizinischen Entscheidungen stärker beteiligen zu können. Denn gerade, wenn es um so schwerwiegende Behandlungen geht, wollen Patienten mitentscheiden. Dazu müssen sie über medizinische Maßnahmen laiengerecht informiert werden und geeignete Entscheidungshilfen erhalten. Die Schulungen sind kostenlos, setzen aber die Teilnahme an einer begleitenden Studie voraus, die den Erfolg überprüfen soll.

Das Training findet in kleinen Gruppen statt und dauert insgesamt zwölf Stunden. In Vorträgen, Rollenspielen und Videoanalysen erlernen die Teilnehmer eine Gesprächsführung, bei der der Patient im Mittelpunkt steht, und Kommunikationstechniken, die ihnen helfen, Entscheidungen gemeinsam mit den Patienten zu treffen. „Die Ärzte lernen und üben, wie man Patientenerwartungen und Behandlungsziele ermittelt, wie man über Vor- und Nachteile verschiedener Therapien informiert und welche Entscheidungshilfen man einsetzen kann, um eine gemeinsame Behandlungsentscheidung herbeizuführen“, erklärt Dr. Jennifer Nicolai vom Studienteam Darmkrebs in Heidelberg. Das seien Kompetenzen, die Ärzten sonst nirgends vermittelt werden.

Besserer Behandlungserfolg

Erste Ergebnisse der begleitenden Studie: Die Patienten sind nicht nur zufriedener, wenn sie mitentscheiden können, auch die Behandlungserfolge sind besser. Die Patienten nehmen aktiver an ihrer Behandlung teil und bewerten die Zusammenarbeit mit dem Arzt positiver. Entscheidungskonflikte und Behandlungsstress treten seltener auf und die Patienten können besser mit ihren Schmerzen umgehen. Auch die Ärzte beschreiben das Verhältnis zum Patienten als unkomplizierter und kooperativer.


22.07.2010 | Von: Redaktion apotheken.de; Stefanie Grutsch


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